Das sowjetische Jahrhundert

KARL SCHLÖGEL: DAS SOWJETISCHE JAHRHUNDERT
Archäologie einer untergegangenen Welt
Moderation: Marcel Siepmann

Mittwoch, 29. November 2017, 20.00 Uhr
Buchhandlung Proust

Der große Osteuropa-Historiker Karl Schlögel lädt mit seiner Archäologie des Kommunismus zu einer Neuvermessung der sowjetischen Welt ein. Wir wußten immer schon viel darüber, wie „das System“ funktioniert, weit weniger über die Routinen des Lebens in außergewöhnlichen Zeiten. Aber jedes Imperium hat seinen Sound, seinen Duft, seinen Rhythmus, der auch dann noch fortlebt, wenn das Reich aufgehört hat zu existieren. So entsteht, hundert Jahre nach der Revolution von 1917 und ein Vierteljahrhundert nach dem Ende der Sowjetunion, das Panorama eines einzigartigen Imperiums, ohne das wir „die Zeit danach“, in der wir heute leben, nicht verstehen können.
Karl Schlögel ist dabei, wenn die Megabauten des Kommunismus eingeweiht und die Massengräber des Stalin’schen Terrors freigelegt werden. Er interessiert sich für Paraden der Macht ebenso sehr wie für die Rituale des Alltags, er erkundet die Weite des Eisenbahnlandes und die Enge der Gemeinschaftswohnung, in der Generationen von Sowjetmenschen ihr Leben zubrachten. Die Orte des Glücks und der kleinen Freiheit fehlen nicht: der Kulturpark, die Datscha, Ferien an der Roten Riviera. In allem – ob im Mobiliar, im Duft des Parfüms oder der Stimme des Radiosprechers – hat das „Zeitalter der Extreme“ seine Spur hinterlassen.
Karl Schlögel, geb. 1948, lebt in Berlin. Osteuropa-Historiker und Publizist. Buchveröffentlichungen, zuletzt u.a.: Der Russland-Reflex. Einsichten in eine Beziehungskrise (2015; mit Irina Scherbakowa), Entscheidung in Kiew. Ukrainische Lektionen (2015), Das sowjetische Jahrhundert. Archäologie einer untergegangenen Welt (2017).

Eine Veranstaltung von Literarischer Gesellschaft Ruhr e.V.,
Gesellschaft für deutsch-russische Begegnung Essen e.V.,

Schreibheft, Zeitschrift für Literatur, und Buchhandlung Proust

18. Juni 2017 von literadmin
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