LITERATUR: LITERATUR! … und andere Veranstaltungen

ANJA KAMPMANN: DIE WUT IST EIN HELLER STERN
Moderation: Susanne Engling
Montag, 23. Februar 2026, 19.30 Uhr
LeseRaum in der Akazienallee, Essen

Vom Mut einer Frau in einer Welt, die ihr keinen Platz mehr lassen will – von Anja Kampmann eindringlich und bildgewaltig erzählt.
Hedda hat sich ihren Traum erkämpft: Artistin im „Alkazar“ auf der Reeperbahn. Doch nichts zählt mehr, als in den dreißiger Jahren die neuen Uniformen wie selbstverständlich im Publikum auftauchen. Die Freiräume werden enger und auch für die Mädchen im Varieté wird es gefährlich. Wem kann Hedda noch trauen? Ihr Bruder Jaan heuert als Harpunenschmied auf einem Walfänger an, für eine Fahrt in die Antarktis. Und auch Hedda sucht für sich und ihren kleinen Bruder Pauli nach Auswegen.
Anja Kampmann erzählt in einer unvergleichlich atmosphärischen Sprache, der es auch an Leichtigkeit nicht fehlt, eine Geschichte weiblicher Selbstbehauptung aus einer ganz und gar von Männern dominierten Zeit.

Karten in der Buchhandlung Proust
Eintritt: 15,- Euro

Eine Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft Ruhr
im Rahmen von LITERATUR: LITERATUR!
Gefördert von der Alfred und Claire Pott-Stiftung


ULRICH HOMANN: DAS HAST DU DIR DOCH ALLES NUR AUSGEDACHT

Ulrich Homann und Norbert Wehr im Gespräch
Moderation: Jens Dirksen

Mittwoch, 4. März 2026, 19.30 Uhr
LeseRaum in der Akazienallee, Essen

Im Essener Norden der 60er und 70er Jahre, zwischen Kiosken, Kneipen und Fußballstadien, wächst Schulabbrecher Uli im Schatten der Zeche Zollverein auf. Während seine Umgebung von harter Arbeit und schrägen Gestalten geprägt ist – einem speedsüchtigen Kommissar, klauenden Messdienern, Gräfin Mariza in der Imbissstube, der AG nicht praktizierender Heterosexueller oder der geilen Schantalle – findet er in Geschichten ein Tor in andere Welten. Vor der rauen Kulisse des Ruhrgebiets geht es um mehr als ums tägliche Überleben: um Freundschaft, um den Mut, gegen den Strom zu schwimmen, um schrägen Humor – und um die Liebe zur Literatur. Bis zum ersten „Verlagsbüro“, das nicht mehr ist als eine umgebaute Pommesbude, führt diese ungewöhnliche Lebensreise eines Träumers quer durch ein Revier, das sich ständig neu erfindet – und in dem alles möglich scheint, wenn man sich nur etwas ausdenkt.

Karten in der Buchhandlung Proust
Eintritt: 15,- Euro

Eine Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft Ruhr
im Rahmen von LITERATUR: LITERATUR!
Gefördert von der Alfred und Claire Pott-Stiftung


ANNETT GRÖSCHNER: SCHWEBENDE LASTEN
Moderation: Bettina Engelhardt
Montag, 23. März 2026, 19.30 Uhr
LeseRaum in der Akazienallee, Essen

Nicht weniger als ein ganzes Leben erzählt Annett Gröschner mit der Geschichte der Blumenbinderin und Kranfahrerin Hanna Krause – mit einer Wucht und Poesie, wie sie nur dort entstehen können, wo die Literatur wirklichkeitssatt ist.
Hanna Krause war Blumenbinderin, bevor das Leben sie zur Kranführerin machte. Sie hat zwei Revolutionen, zwei Diktaturen, einen Aufstand, zwei Weltkriege und zwei Niederlagen, zwei Demokratien, den Kaiser und andere Führer, gute und schlechte Zeiten erlebt, hat sechs Kinder geboren und zwei davon nicht begraben können, was ihr naheging bis zum Lebensende. Hatte später, nachdem ihr Blumenladen längst Geschichte war, von einem Kran in der Halle eines Schwermaschinenbaubetriebes in Magdeburg einen guten Überblick auf die Beziehungen der Menschen zehn Meter unter ihr und starb rechtzeitig, bevor sie die Welt nicht mehr verstand. Hanna Krause blieb bis zu ihrem Tod eine, die das Leben nimmt, wie es kommt. Ihr einziges Credo: anständig bleiben.
Annett Gröschners Roman erzählt die Geschichte eines Jahrhunderts in einem einzigen Leben und gibt, mit Hanna, denen ein Gesicht, die zu oft unsichtbar bleiben. Ein Roman über das Ende des Industriezeitalters und seiner Heldinnen im Osten Deutschlands – und über eine gewöhnliche Frau in diesem unfassbaren 20. Jahrhundert.

Karten in der Buchhandlung Proust
Eintritt: 15,- Euro

Eine Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft Ruhr
im Rahmen von LITERATUR: LITERATUR!
Gefördert von der Alfred und Claire Pott-Stiftung


PAUL INGENDAAY: ENTSCHEIDUNG IN SPANIEN
Der große Kampf der Literatur 1936-1939
Moderation: Norbert Wehr
Mittwoch, 27. Mai 2026, 19.30 Uhr
LeseRaum in der Akazienallee, Essen

Am 19. Juli 1936 besteigt General Francisco Franco ein Flugzeug in Richtung Tetuán, um sich einem Aufstand gegen die spanische Republik anzuschließen. Der Putsch sorgt rund um den Erdball für Entsetzen – und eine so spontane wie heftige Gegenwehr. Zehntausende Freiwillige aus aller Welt nehmen es auf sich, dem Land gegen die Invasion von innen beizustehen. Es sind Künstler, Reporterinnen, Intellektuelle und Verfolgte, es sind Helfer und Krankenschwestern, Idealistinnen und Abenteurer.
Sommer 1936: In Madrid kühlen Anwohner das heiße Straßenpflaster mit Wasser, während wenige Häuser weiter eine Pistole im Parlament gezogen wird. Auf den Wagner-Festspielen in Bayreuth erhält Hitler einen Brief: Ein gewisser General Franco bittet ihn um militärische Unterstützung bei einem Putsch gegen die spanische Regierung. Sechs Tage später macht sich eine deutsche Fliegereinheit in Zivil unter dem Codenamen «Unternehmen Feuerzauber» bereit für den Einsatz. Und inmitten all der Wirren bricht eine wild zusammengewürfelte Gruppe an Freiwilligen auf, um Spanien gegen den faschistischen Umsturz zu verteidigen. Ernest Hemingway, George Orwell, Martha Gellhorn, André Malraux, Arthur Koestler, Willy Brandt, Simone Weil und andere schließen sich ihnen an. Es ist die Zeit der großen Entscheidungen in Europa – und doch auch die der Zufälle, der Unfälle und tragischen Ironie.
Paul Ingendaay erzählt eine packende Geschichte von Mut und Verblendung im Prolog des Zweiten Weltkriegs. Vor dem Hintergrund des Spanischen Bürgerkriegs lässt er jene Spaltung zutage treten, die sich durch Familien und Nationen zog – und die Frontlinien des 20. Jahrhunderts bestimmen sollte.

Karten in der Buchhandlung Proust
Eintritt: 15,- Euro

Eine Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft Ruhr
im Rahmen von LITERATUR: LITERATUR!
Gefördert von der Alfred und Claire Pott-Stiftung


CÉCILE WAJSBROT: OFFENER HIMMEL
Moderation: Stephanie Bung und Veronika Stritzke
Dienstag, 9. Juni 2026, 19.30 Uhr
LeseRaum in der Akazienallee, Essen

Die Erinnerung an ein Verschwinden – und der Versuch, ein schicksalhaftes Geheimnis zu lüften.
Im Mai 1961 stürzt in der algerischen Wüste ein Flugzeug ab. Niemand überlebt. Die Erzählerin erinnert sich an eine Freundin ihrer Eltern, die sie als Kind kennengelernt hatte, von der sie aber nur noch ein altes Foto hat, und die manchmal bei ihnen zu Hause auftauchte, bevor sie für längere Zeit in die Ferne ging. Jedes Mal, wenn sie zurückkehrte, brachte sie einen Hauch von Abenteuer in das Leben des Kindes. Eines Tages kam die Frau, die Stewardess auf jenem Flug war, nicht mehr zurück.
Ihr Schicksal beschäftigt die Erzählerin seit Jahren wie eine nie verheilte Wunde. Sie war ihre Patentante, ihre »Reisefee«. Doch bei jedem Versuch, sich diesem Geheimnis zu nähern, hat sie das Gefühl, einen verbotenen Bereich zu betreten. Ihre Ermittlungen führen die Erzählerin zu der Annahme, dass der Absturz des Air-France-Flugzeugs vielleicht kein Unfall war. Hatte er politische Gründe ?
Wie häufig in Cécile Wajsbrots Büchern kommentieren verschiedene Stimmen die Hauptgeschichte: zum Wunsch der Menschen seit Ikarus, zu fliegen, zu ihrer Vorliebe für den Himmel und die Vögel, die ihn bevölkern, zu Filmkatastrophen, zum Absturz und zum Übergang in die andere Welt.
Eine literarische Ergründung eines der vielen Geheimnisse des mensch­lichen Schicksals.

Karten in der Buchhandlung Proust
Eintritt: 15,- Euro

Eine Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft Ruhr
im Rahmen von LITERATUR: LITERATUR!
in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen
Gefördert von der Alfred und Claire Pott-Stiftung

 

05. Dezember 2018 von literadmin
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