LITERATUR: LITERATUR!

NACHGEHOLT:
KATERINA POLADJAN: ZUKUNFTSMUSIK
Moderation: Beate Scherzer
Dienstag, 13. September 2022
LeseRaum in der Akazienallee, Essen

Die Geschichte eines Aufbruchs: In der sibirischen Weite, tausende Werst östlich von Moskau, leben in einer Kommunalka auf engstem Raum Großmutter, Mutter, Tochter und Enkelin unter dem bröckelnden Putz einer vergangenen Zeit. Es ist der 11. März 1985, Beginn einer Zeitenwende, von der noch niemand etwas ahnt. Alle gehen ihrem Alltag nach. Der Ingenieur von nebenan versucht, sein Leben in Kästchen zu sortieren, Warwara hilft einem Kind auf die Welt, Maria träumt von der Liebe, Janka will am Abend in der Küche singen …
Zukunftsmusik ist ein großer Roman über vier Leben am Wendepunkt, über eine untergegangene Welt, die bis heute nachwirkt, über die Absurdität des Daseins und die große Frage des Hier und Jetzt: Was tun?
Katerina Poladjan, geb. in Moskau, wuchs in Rom und Wien auf und lebt in Deutschland. Sie schreibt Theatertexte und Essays, auf ihr Prosadebüt In einer Nacht, woanders folgte Vielleicht Marseille und gemeinsam mit Henning Fritsch schrieb sie den literarischen Reisebericht Hinter Sibirien. Zuletzt erschien: Zukunftsmusik (2022).

Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt: € 10,- / erm. € 7,-

Eine Kooperation im Rahmen der Reihe LITERATUR: LITERATUR! der Literarischen Gesellschaft Ruhr e.V. mit Schreibheft, Zeitschrift für Literatur, und der Buchhandlung Proust

Gefördert von der Alfred und Claire Pott-Stiftung

* * * * *


ERIK REGER: UNION DER FESTEN HAND
Vortrag: Andreas Rossmann
Dienstag, 11. Oktober 2022
LeseRaum in der Akazienallee, Essen

1918, der Erste Weltkrieg steht vor dem Ende, gewaltige Umbrüche zeichnen sich für das Ruhrgebiet und die Menschen dort ab. Sie arbeiten für die Berg- und Stahlwerke, kämpfen gegen schlechte Löhne und Ausbeutung. Als der Kaiser kommt, um sie in ihren Anstrengungen für den Krieg zu bestärken, versucht man die Unruhestifter von ihm fernzuhalten. Doch der hohe Besuch geht gründlich schief, und bald geschieht ein Mord. Für den darin verstrickten Gewerkschafter Adam Griguszies bricht ein wechselvolles Jahrzehnt an: Die Auseinandersetzungen zwischen Arbeitern, Angestellten und einem Geheimbund der Unternehmer, der Union der festen Hand, ebnen den Weg für den Nationalsozialismus.
Der Industrieroman Union der festen Hand ist ein bedeutendes Werk der Neuen Sachlichkeit und eines der wenigen literarischen Porträts des Ruhrgebiets. Zugleich ist es ein großer Schlüsselroman über eine der bekanntesten Industriellendynastien Deutschlands, mit kritischem Witz verfasst von einem intimen Kenner des zynischen Machtgefüges rund um Kohle und Stahl, das erschreckend heutig ist.
Andreas Rossmann, geboren 1952 in Karlsruhe, war von 1986 bis 2017 Kulturkorrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung für Nordrhein-Westfalen mit Sitz in Köln. Sein Ruhrgebietsbuch Der Rauch verbindet die Städte nicht mehr erhielt 2014 den Preis des Forums Geschichtskultur an Ruhr und Emscher.

Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt: € 10,- / erm. € 7,-

Eine Kooperation im Rahmen der Reihe LITERATUR: LITERATUR! der Literarischen Gesellschaft Ruhr e.V. mit Schreibheft, Zeitschrift für Literatur, und der Buchhandlung Proust

Gefördert von der Alfred und Claire Pott-Stiftung

* * * * *


DAGMAR LEUPOLD: DAGEGEN DIE ELEFANTEN!

Moderation: Norbert Wehr
Dienstag, 25. Oktober 2022
LeseRaum in der Akazienallee, Essen

Herr Harald ist der Mann in der Garderobe. Er gehört zum Theater wie der Vorhang, aber niemand kommt seinetwegen, das Rampenlicht ist für andere. Er nimmt den Menschen die Mäntel ab, die Taschen, was immer sie ihm anvertrauen, um für kurze Zeit unbeschwert zu sein, und wartet bis zum Schlussapplaus, das ist sein Einsatz. Doch eines Abends bleibt ein Mantel zurück, und in dem Mantel findet sich eine Pistole. Herr Harald trägt sie nach Hause, nur: Was will er damit tun? Er kann sich schlecht gegen alles zur Wehr setzen, was ihm an der Welt und den Mitmenschen als Zumutung erscheint. Aber vielleicht kann er ihre Aufmerksamkeit auf jemanden lenken, der wie er ein Schattendasein führt: die Frau, die für einen anderen die Noten umblättert und die er aus der Ferne verehrt.
Der tragische wie komische Protagonist dieser Geschichte ist ein Held des Alltags, ein Mann in Dienstkleidung, einer, dem es niemand dankt. Und gäbe es die Literatur nicht – und Autorinnen wie Dagmar Leupold –, wie sollten wir wissen, was für ein Reichtum an Gedanken und Gefühlen, wie viel waches Leben und wehe Sehnsucht sich dahinter verbirgt.
Dagmar Leupold, geb. 1955 in Niederlahnstein, lebt  in München. Schriftstellerin und Übersetzerin. Buchveröffentlichungen, zuletzt: Unter der Hand (2013), Die Witwen (2016), Lavinia (2019), Dagegen die Elefanten! (2022).

Beginn: 19.30 Uhr,
Eintritt: € 10,- / erm. € 7,-

Eine Kooperation im Rahmen der Reihe LITERATUR: LITERATUR! der Literarischen Gesellschaft Ruhr e.V. mit Schreibheft, Zeitschrift für Literatur, und der Buchhandlung Proust

Gefördert von der Alfred und Claire Pott-Stiftung

* * * * *


ANDREAS ISENSCHMID: DER ELEFANT IM RAUM.

PROUST UND DAS JÜDISCHE
Moderation: Norbert Wehr
Dienstag, 22. November 2022
LeseRaum in der Akzienallee, Essen

So wichtig das Jüdische für Proust stets war, lange Zeit schrieb er kaum darüber. Das änderte sich mit der Recherche – sie ist jüdisch von der ersten Zeile der Entwürfe bis zum letzten Zettelchen aus der Todesnacht. Marcel Proust hatte eine jüdische Mutter, einen katholischen Vater, war katholisch getauft, aber nicht gläubig. Erst als die Dreyfus-Affäre Frankreich über Jahre in Atem hielt, wurde ihm das wahre Ausmaß des Antisemitismus im Land bewusst.
In seinem brillant erzählten Essay zeigt Andreas Isenschmid, dass Marcel Prousts Großroman Auf der Suche nach der verlorenen Zeit auch eine höchst differenzierte Geschichte dieser niemals ganz gelingenden Assimilation ist.
Andreas Isenschmid, geboren 1952 in Basel, lebt in Berlin. Literaturkritiker. Nach Stationen bei Radio, Fernsehen und Zeitungen (Weltwoche, Tages-Anzeiger, NZZ) ist er heute Mitarbeiter der ZEIT und von 3sat. Er war Juror beim Bachmannpreis und beim Deutschen Buchpreis. Buchveröffentlichung, zuletzt: Marcel Proust (2017).

Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt: € 10,- / erm. € 7,-

Eine Kooperation im Rahmen der Reihe LITERATUR: LITERATUR! der Literarischen Gesellschaft Ruhr e.V. mit Schreibheft, Zeitschrift für Literatur, und der Buchhandlung Proust

Gefördert von der Alfred und Claire Pott-Stiftung

 

 

05. Dezember 2018 von literadmin
Kategorien: Allgemein | Kommentare deaktiviert für LITERATUR: LITERATUR!