GEISTERBAHN

URSULA KRECHEL: GEISTERBAHN
Moderation: Beate Scherzer

Donnerstag, 29. November 2018, 20.00 Uhr
Buchhandlung Proust

Fast ein Jahrhundert umspannt der Bogen von Geisterbahn, mit dem Ursula Krechel fortsetzt, was sie mit Shanghai fern von wo und Landgericht begonnen hat.
Geisterbahn erzählt die Geschichte einer deutschen Familie, der Dorns. Als Sinti sind sie infolge der mörderischen Politik des NS-Regimes organisierter Willkür ausgesetzt: Sterilisation, Verschleppung, Zwangsarbeit. Am Ende des Krieges, das weitgehend bruchlos in den Anfang der Bundesrepublik übergeht, haben sie den Großteil ihrer Familie, ihre Existenzgrundlage, jedes Vertrauen in Nachbarn und Institutionen verloren. Anna, das jüngste der Kinder, sitzt mit den Kindern anderer Eltern in einer Klasse. Wer wie überlebt hat, aus Zufall oder durch Geschick, danach fragt keiner. Sie teilen vieles, nur nicht die Geister der Vergangenheit.
Mit großer Kunstfertigkeit und sprachlicher Eleganz erzählt Ursula Krechel davon, wie sich Geschichte in den Brüchen und Verheerungen spiegelt, die den Lebensgeschichten einzelner eingeschrieben sind. Auf einzigartige Weise schafft sie eine atmosphärische Dichte, in der vermeintlich Vergangenes auf bewegende und bedrängte Weise gegenwärtig wird.
Ursula Krechel, geb. 1947 in Trier, lebt in Berlin. Buchveröffentlichungen, zuletzt: Shanghai fern von wo (2008), Landgericht (2012), Geisterbahn (2018).

Eine Veranstaltung im Rahmen von LITERATUR: LITERATUR!
in Kooperation von Literarischer Gesellschaft Ruhr e.V.
Schreibheft, Zeitschrift für Literatur, und Buchhandlung Proust

Gefördert von der Alfred und Claire Pott Stiftung

11. September 2018 von literadmin
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