LITERATUR: LITERATUR!

Karen Köhler: MIROLOI
Moderation: Nikolaos Georgakis
Donnerstag, 21. November 2019, 20.00 Uhr
Stadtbibliothek, Zentralbibliothek

Ein Dorf, eine Insel, eine ganze Welt: Karen Köhlers erster Roman erzählt von einer jungen Frau, die als Findelkind in einer abgeschirmten Gesellschaft aufwächst. Hier haben Männer das Sagen, dürfen Frauen nicht lesen, lasten Tradition und heilige Gesetze auf allem. Was passiert, wenn man sich in einem solchen Dorf als Außenseiterin gegen alle Regeln stellt, heimlich lesen lernt, sich verliebt? Voller Hingabe, Neugier und Wut auf die Verhältnisse erzählt Miroloi von einer jungen Frau, die sich auflehnt: Gegen die Strukturen ihrer Welt und für die Freiheit. Eine Geschichte, die an jedem Ort und zu jeder Zeit spielen könnte; ein Roman, in dem jedes Detail leuchtet und brennt.

Eine Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft Ruhr
in Kooperation mit „Schreibheft, Zeitschrift für Literatur“
und Buchhandlung Proust
im Rahmen des Literaturfestivals LITERATÜRK

Gefördert von der Alfred und Claire Pott-Stiftung


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DIALOGE
Eine Reihe der Literarischen Gesellschaft Ruhr
in Kooperation mit der Literarischen Gesellschaft Köln


T
eresa Präauer: Tier werden
Moderation: Norbert Wehr
Montag, 18. November 2019, 20.00 Uhr
Buchhandlung Proust

In den Romanen von Teresa Präauer sind, neben den Menschen, auch immer die Tiere zugegen: die Vögel, die Fische oder der Affe. In diesem erzählerischen Essay buchstabiert sie diese Artennähe aus und schreibt, reflektiert und unterhaltsam, über die unscharfe Grenze zwischen Mensch und Tier, die in der Kunst so häufig aufgesucht wird.
Teresa Präauer beobachtet in Tier werden Stationen des Übergangs, der Verwandlung, des Aus-der-Art-Schlagens. Einen Auftritt in ihrem Text bekommt, wer oder was Haare hat: an Stellen, die von Schraffur überwuchert werden, von Pelz, Kunstfell oder Gras. Eine Sammlung von zotteligen Figuren hat sie hierfür zusammengetragen, von den mittelalterlichen Zeichnungen von Fabelwesen – halb Natur, halb Erfindung – über die Perchten aus den Alpen bis hin zum Perückenträger Toni Erdmann und den kostümierten Furries aus der Subkultur.
All diesen künstlichen und künstlerischen Phänomenen geht die Autorin in konkreten Bildbetrachtungen und philosophischen Überlegungen nach.
Die Animalisation ist bei Teresa Präauer ein Vorgang, den sie mit Blick auf Kunst, Kultur, Film und Mode beschreibt, den sie aber darüber hinaus auch auf das Schreiben und Lesen von Literatur selbst anwendet. Während wir schreiben, reizen wir die Möglichkeiten des Sprechens aus und geraten an seine menschlichen Grenzen. Während wir lesen, verwandeln wir uns, so lauten die Warnung und das Versprechen dieses erzählend-essayistischen Textes.

Teresa Präauer, geb. 1979, lebt in Wien. Bildende Künstlerin und Schriftstellerin.
Präauer ist Autorin der Taubenbriefe von Stummen an anderer Vögel Küken, Die Gans im Gegenteil, der Romane Für den Herrscher aus Übersee, Johnny und Jean und Oh Schimmi sowie des erzählenden Essays Tier werden.

Eine Kooperationsveranstaltung von Literarische Gesellschaft Ruhr
mit Literarische Gesellschaft Köln
sowie Schreibheft, Zeitschrift für Literatur
und Buchhandlung Proust

Gefördert von der Kunststiftung NRW

 

Thomas Meinecke über Geschlechterfragen
im Gespräch mit der Schauspielerin Esther Hausmann
Mittwoch, 4. Dezember 2019, 20.00 Uhr
Buchhandlung Proust

Thomas Meineckes vorläufig letzter Roman, Selbst aus dem Jahr 2016, war ein „Liebesroman“, genauer: ein Postgender-Liebesreigen, dessen Figuren auf die Suche geschickt wurden nach Zärtlichkeit jenseits einer von Freud, Foucault und Butler als Gefängnis geschilderten Sexualität.
Acht Romane hat Meinecke mittlerweile geschrieben, die alle, wie er selbst sie charakterisiert, „der feministischen Dekonstruktion einer in seiner politischen Schlagseite zunehmend auffällig gewordenen Relation zwischen den beiden verabredeten Geschlechtern verpflichtet sind“. Inwiefern sich in jüngster Zeit in einer sich einerseits ankündigenden, andererseits vehement diskreditierten Auflösung des Binären, dem diese Verhältnisse nach wie vor unterliegen, ein Hoffnungsschimmer abzeichnet, soll das Thema des Gesprächsabends mit Esther Hausmann sein.
Meinecke über Hausmann: „Esther Hausmann als Schauspielerin und Lehrende an der Folkwang-Schule berichtete mir in dieser Hinsicht von aufschlussreichen Begegnungen und Erfahrungen mit jungen Studierenden. Ich freue mich besonders mit ihr darüber zu reden. (Esther und ich wurden, von unseren miteinander befreundeten Müttern so geplant, nur wenige Tage nacheinander geboren.)“

Thomas Meinecke, geb. 1955 in Hamburg, lebt in Berg / bei Eurasburg. Schriftsteller, Musiker, DJ und Mitbegründer der Band F.S.K.
Meinecke ist Autor der Romane (zuletzt) Jungfrau (2008), Lookalikes (2001) und Selbst (2016).
Esther Hausmann, geb. in Hamburg, lebt in Essen. Schauspielerin, Sprecherin für Hörspiele und den Rundfunk; Professorin für Praktische Theaterarbeit an der Folkwang Universität der Künste, Essen.

Eine Kooperationsveranstaltung von Literarische Gesellschaft Ruhr
mit Literarische Gesellschaft Köln
sowie Schreibheft, Zeitschrift für Literatur
und Buchhandlung Proust

Gefördert von der Kunststiftung NRW

 

Yoko Tawada: Sendbo-o-te
Moderation: Ulrike Janssen
22. Januar 2020, 20.00 Uhr
Buchhandlung Proust

Keine Dystopie, aber auch kein aufmunternder Durchhalteroman. Eine Erzählung über das Leben unter dem Aspekt seiner Unentrinnbarkeit. Ein existentialistischer Roman ohne Pathos.
Peter Pörtner

Nach der Katastrophe hat Japan alle Verbindungen zur Außenwelt gekappt. Yoshiro stellt sich manchmal vor zu reisen. Aber selbst wenn er es könnte, würde er nicht verreisen, denn er kümmert sich mit großer Liebe um seinen Urenkel Mumey.
Alle Kinder in der Zeit werden krank geboren, zugleich sind sie weise und fröhlich, ein Hoffnungsschimmer, aber ihr Leben hängt am seidenen Faden. Nur die Uralten leben immer länger. Yoshiro, einer dieser „alten Alten“, war als Student mit einer Frau aus Deutschland befreundet. Manchmal fragt er sich, ob sich die Umwelt dort auch so verändert hat wie in Japan. Wie es deren Urenkeln geht.
Als der Alltag schwieriger wird, versucht eine geheime Organisation, ausgewählte Kinder als „Sendboten“ ins Ausland zu schmuggeln, zu Forschungszwecken.
Die Auswirkungen sind nur in kleinen Details zu spüren, die beim Lesen erst nach und nach, dafür umso eindringlicher, ins Bewusstsein sickern – erzählt in der leichten, glasklaren Sprache Yoko Tawadas.
Es schimmern viele andere Geschichten durch: wie Japaner und wie Europäer mit Katastrophen umgehen, „japanische Psyche“, Historisches … Geschichten und Bewegungen laufen parallel, queren sich, kommen zusammen, steuern auf das Ende zu.

Yoko Tawada, geb. 1960 in Tokyo, lebt in Berlin. Schriftstellerin; schreibt in deutscher und japanischer Sprache.
Buchveröffentlichungen, zuletzt: Etüden im Schnee, akzentfrei, Ein Balkonplatz für flüchtige Abende und Sendbo-o-te.

Eine Kooperationsveranstaltung von Literarische Gesellschaft Ruhr
mit Literarische Gesellschaft Köln
sowie Schreibheft, Zeitschrift für Literatur
und Buchhandlung Proust

Gefördert von der Kunststiftung NRW

 

05. Dezember 2018 von literadmin
Kategorien: Allgemein | Schreibe einen Kommentar