SCHATTENFROH

MICHAEL LENTZ: SCHATTENFROH
Moderation: Jan Wilm

Dienstag, 30. Oktober 2018, 20.00 Uhr
Buchhandlung Proust

Was bedeutet der Tod des Vaters für das Leben? Wer war dieser Vater? Wer bin ich? Der Sohn sitzt in einer Zelle und schreibt um sein Leben. Sein Leben, das ist der Roman Schattenfroh. Nichts kann ihn retten, auch das eigene Erzählen nicht. Und doch muß genau davon erzählt werden: daß der Vater tot, das Ich unrettbar und die Heilsgeschichte eine gewaltige Lüge ist.
Wer Schattenfroh liest, der liest Gott und den Teufel, der liest die Liebe und den Tod, die Einsamkeit und den Schmerz und die Toten des Luftangriffs auf Düren am 16. November 1944, der liest Tinte und Weißraum, der liest die Schrift. Schattenfroh ist ein Roman und die Welt und das Leben. Tausend verzweifelte Seiten, die die Frage nicht beantworten, ob das Leben reparabel ist und uns das Erzählen heilen kann. Tausend manische Seiten des unmöglichen Abschieds vom Vater: so hermetisch wie kraftvoll, monumental und überwältigend …
Michael Lentz, geb. 1964 in Düren, lebt in Berlin und Leipzig. Schriftsteller, Lautpoet, Literaturwissenschaftler und Musiker. Buchveröffentlichungen, zuletzt u. a.: Muttersterben (2001), Liebeserklärung (2004), Tell me – Erzähle (2004), Pazifik Exil (2007), Offene Unruh. 100 Liebesgedichte (2010).

Eine Veranstaltung im Rahmen von LITERATUR: LITERATUR!
in Kooperation von Literarischer Gesellschaft Ruhr e.V.
Schreibheft, Zeitschrift für Literatur, Buchhandlung Proust
und Kulturwissenschaftlichem Institut Essen

Gefördert von der Alfred und Claire Pott Stiftung

11. September 2018 von literadmin
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GEISTERBAHN

URSULA KRECHEL: GEISTERBAHN
Moderation: Beate Scherzer

Donnerstag, 29. November 2018, 20.00 Uhr
Buchhandlung Proust

Fast ein Jahrhundert umspannt der Bogen von Geisterbahn, mit dem Ursula Krechel fortsetzt, was sie mit Shanghai fern von wo und Landgericht begonnen hat.
Geisterbahn erzählt die Geschichte einer deutschen Familie, der Dorns. Als Sinti sind sie infolge der mörderischen Politik des NS-Regimes organisierter Willkür ausgesetzt: Sterilisation, Verschleppung, Zwangsarbeit. Am Ende des Krieges, das weitgehend bruchlos in den Anfang der Bundesrepublik übergeht, haben sie den Großteil ihrer Familie, ihre Existenzgrundlage, jedes Vertrauen in Nachbarn und Institutionen verloren. Anna, das jüngste der Kinder, sitzt mit den Kindern anderer Eltern in einer Klasse. Wer wie überlebt hat, aus Zufall oder durch Geschick, danach fragt keiner. Sie teilen vieles, nur nicht die Geister der Vergangenheit.
Mit großer Kunstfertigkeit und sprachlicher Eleganz erzählt Ursula Krechel davon, wie sich Geschichte in den Brüchen und Verheerungen spiegelt, die den Lebensgeschichten einzelner eingeschrieben sind. Auf einzigartige Weise schafft sie eine atmosphärische Dichte, in der vermeintlich Vergangenes auf bewegende und bedrängte Weise gegenwärtig wird.
Ursula Krechel, geb. 1947 in Trier, lebt in Berlin. Buchveröffentlichungen, zuletzt: Shanghai fern von wo (2008), Landgericht (2012), Geisterbahn (2018).

Eine Veranstaltung im Rahmen von LITERATUR: LITERATUR!
in Kooperation von Literarischer Gesellschaft Ruhr e.V.
Schreibheft, Zeitschrift für Literatur, und Buchhandlung Proust

Gefördert von der Alfred und Claire Pott Stiftung

11. September 2018 von literadmin
Kategorien: Allgemein | Schreibe einen Kommentar