LITERATUR: LITERATUR!

GERD LOSCHÜTZ: BESICHTIGUNG EINES UNGLÜCKS
Moderation: Norbert Wehr
Mittwoch, 29. September 2021
LeseRaum in der Akazienallee, Essen

Im Dezember 1939 kommt es vor dem Bahnhof von Genthin zum schwersten Zugunglück der deutschen Geschichte. Zwei Züge prallen aufeinander, zahlreiche Menschen sterben. In einem davon sitzt Carla, die schwer verletzt überlebt. Verlobt ist sie mit Richard, einem Juden aus Neuss, aber nicht er ist ihr Begleiter, sondern ein Italiener namens Giuseppe Buonomo, der durch den Aufprall ums Leben komm. Warum Carla sich nach dem Unglück als dessen Frau ausgegeben hat, versucht viele Jahre später der Journalist Thomas Vandersee zu ergründen. Bald ahnt er, daß sein eigenes Familienschicksal mit dem der mysteriösen Reisenden verflochten sein könnte.
Vor dem Hintergrund einer historischen Katastrophe erzählt Gert Loschütz eine große, unter die Haut gehende Geschichte von Liebe und Verrat.
Hubert Winkels in der Süddeutschen Zeitung: „Wir schlucken einmal schwer, geben die skeptische Reserviertheit auf und lassen uns verführen vom Versuch, die Welt zugleich ‚aus den Akten‘ und ‚aus dem Zufall‘ zu bauen.“
Gert Loschütz, geb. 1946 in Genthin, lebt in Berlin. Autor von Erzählungen, Romanen, Gedichten, Hörspielen, Theaterstücken und Filmdrehbüchern, für die er vielfach ausgezeichnet wurde. Buchveröffentlichungen, zuletzt u.a.: Auf der Birnbaumwiese (2011), Ein schönes Paar (2018), Besichtigung eines Unglücks (2021).

Beginn: 20.00 Uhr, Eintritt: € 10,- / erm. € 7,-

Eine Kooperation im Rahmen der Reihe LITERATUR:LITERATUR! der Literarischen Gesellschaft Ruhr e.V. mit Schreibheft, Zeitschrift für Literatur, und der Buchhandlung Proust

Gefördert von der Alfred und Claire Pott-Stiftung

* * *


ELKE SCHMITTER: INNERES WETTER

Moderation: Beate Scherzer
Montag, 11. Oktober 2021
LeseRaum in der Akazienallee, Essen

Eines Frühlingsmorgens schlägt Bettina Melker ihren beiden Geschwistern einen Überraschungsbesuch bei ihrem verwitweten Vater vor. Er wird 77, im Oktober, am Nationalfeiertag. In den Monaten bis zu dem Fest verdichten sich die Spannungen im Leben der alternden Kinder – als ob sie Rechenschaft ablegen müssten vor einem beobachtenden Auge. Doch schließlich reisen sie mit ihren Partnern oder dem Hund – und mit einigen Selbstzweifeln – ins beschauliche Westfalen. Was hält Familien zusammen? Woran bemisst sich ein gelungenes Leben?
Mit viel Sinn für Komik und einer eigenwillig schönen Sprache erzählt Elke Schmitter in ihrem neuen Roman von einem Familientreffen auf schwankendem Grund.
Elke Schmitter, geb. 1961 in Krefeld, lebt in Berlin. Journalistin; seit 2001 Mitglied der Kulturredaktion des SPIEGEL. Buchveröffentlichungen u.a.: Frau Sartoris (2000), Inneres Wetter (2021).

Beginn: 20.00 Uhr, Eintritt: € 10,- / erm. € 7,-

Eine Kooperation im Rahmen der Reihe LITERATUR:LITERATUR! der Literarischen Gesellschaft Ruhr e.V. mit Schreibheft, Zeitschrift für Literatur, und der Buchhandlung Proust

Gefördert von der Alfred und Claire Pott-Stiftung

* * *


ESTHER KINSKY: WIND UND WOLKENLICHT

Moderation: Norbert Wehr
Donnerstag, 11. November 2021
LeseRaum in der Akazienallee, Essen

Esther Kinsky, bereits mehrfach zu Gast bei LITERATUR: LITERATUR!, ist nicht nur eine großartige, preisgekrönte Autorin (Banatsko, Am Fluß), sondern auch hochgelobte Übersetzerin aus dem Polnischen, Russischen und Englischen (u. a. Henry D. Thoreau, Lob der Wildnis und Gilbert White, Selborne und seine Naturgeschichte). 2009 war sie für den Übersetzerpreis der Leipziger Buchmesse nominiert und erhielt den Paul-Celan-Preis für die Übertragung von Olga Tokarczuks Roman Unrast aus dem Polnischen ins Deutsche.
Eines der bedeutendsten Werke der schottischen Literatur ist die Roman-Trilogie A Scots Quair, dt. Ein schottisches Buch, von Lewis Grassic Gibbon. Laut Esther Kinsky gilt der erste Band Sunset Song, dt. Lied vom Abendrot,  als „der schottische Roman schlechthin“. Ihre Übersetzung dieses Romans, der 2018 im Guggolz Verlag erschien, „macht überhaupt verständlich, warum Lied vom Abendrot als Klassiker der europäischen Literatur des frühen zwanzigsten Jahrhunderts gilt.“ (Hans-Peter Kunisch, Süddeutsche Zeitung).
Erzählt wird am Beispiel des Lebensgeschichte von Chris Guthrie das Elend der kleinen Landgemeinden im Nordosten Schottlands bis zum ersten Weltkrieg, die Rolle der Frauen, die Verrohung der aus dem Weltkrieg Zurückgekehrten und die Folgen der Modernisierung für das traditionelle Leben der Bauern. 
Im Sommer 2021 ist der – wiederum von Esther Kinsky aus dem schottischen Englisch übersetzte – zweite Band der Trilogie erschienen: Wind und Wolkenlicht. Gibbon schrieb hier die Geschichte von Chris Guthrie aus Lied vom Abendrot fort. Vor dem Hintergrund des gescheiterten Generalstreiks 1926 zeichnet er mit liebevoller, oft harscher Komik das Bild einer Gesellschaft im Netz von tradierten Privilegien und Unterdrückung.
Im Gespräch mit Schreibheft-Herausgeber Norbert Wehr stellt uns Esther Kinsky Autor und Roman vor, erzählt vom Handwerk und der Kunst des literarischen Übersetzens und liest – vielleicht und hoffentlich – eigene Texte.
Esther Kinsky, geboren 1956 in Bad Honnef, lebt im Friaul. Seit 1986 Übersetzerin polnischer, russischer und englischsprachiger Literatur, z. B. von Miron Białoszewski, Magdalena Tulli, Joanna Bator, Aleksander Wat, Henry D. Thoreau und John Clare. Für ihre Übersetzungen erhielt sie u. a. 2009 den Paul-Celan-Preis sowie 2017 die August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessur der FU Berlin. Esther Kinskys Romane, Gedicht- und Essaybände sind ebenfalls mehrfach ausgezeichnet worden. Zuletzt erschienen der Geländeroman Hain, für den sie 2018 den Preis der Leipziger Buchmesse erhielt, sowie der Gedichtband Schiefern.

Beginn: 20.00 Uhr, Eintritt: € 10,- / erm. € 7,-

Eine Kooperation im Rahmen der Reihe LITERATUR:LITERATUR! der Literarischen Gesellschaft Ruhr e.V. mit Schreibheft, Zeitschrift für Literatur, und der Buchhandlung Proust

Gefördert von der Alfred und Claire Pott-Stiftung

 

05. Dezember 2018 von literadmin
Kategorien: Allgemein | Kommentare deaktiviert für LITERATUR: LITERATUR!