LITERATUR: LITERATUR!


FERIDUN ZAIMOGLU: DIE GESCHICHTE DER FRAU

Begrüßung: Beate Scherzer

Donnerstag, 9. Mai 2019, 20.00 Uhr
Buchhandlung Proust

Ein literarisches Abenteuer, ein großer Gesang, ein feministisches Manifest: Feridun Zaimoglus neuer Roman ist ein unverfrorenes Bekenntnis zur Notwendigkeit einer neuen Menschheitserzählung – aus der Sicht der Frau.
Dieses Buch erzählt eine unerhörte Geschichte. Es lässt zehn außerordentliche Frauen zur Sprache kommen vom Zeitalter der Heroen bis in die Gegenwart. Es sind Menschen, deren Sicht auf die Dinge nicht überliefert wurde. Weil Männer geboten, die Wahrheit tilgten und die Lüge zur Sage verdichteten. Diesen Frauen war es vorbehalten, schweigend unsichtbar zu bleiben oder dekorativ im Bild zu stehen. Doch nun sprechen sie – klar und laut, wie eine abgefeuerte Kugel.
Zaimoglu zeigt sich in seinem neuen Roman erneut als ein Meister der Vielstimmigkeit. Was ihm dabei gelingt, ist ein regelrechtes Wunder. Die Figuren dieses Buches klingen nicht nur lebendig – sie werden es: von Antigone über Judith bis Valerie Solanas. Kraftvoll, poetisch und subversiv. Kein Friedensangebot. Keine Schmeichelei. Tabula Rasa!
Folgende Frauen kommen zu Wort: Zippora 1490 v. Chr. – schwarzhäutige Frau des Moses / Antigone Zeitalter der Heroen – Streiterin gegen Gewaltherrschaft / Judith 6. Tag nach der Auferstehung – Jüngerin Jesu, Frau des Judas / Brunhild 429 – zaubermächtige Walküre, Kriegerkönigin / Prista Frühbottin 1540 – heilkundige Frau, der Hexerei bezichtigt / Lore Lay 1799 – Magd, die sich vom Dichter nicht bannen lässt / Lisette Bielstein 1849 – rote Fabrikantentochter / Hildrun Tilmanns 1945 – Trümmerfrau / Leyla 1965 – Gastarbeiterin der ersten Stunde / Valerie Solanas 1968 – Feministin, die zur Waffe greift
Feridun Zaimoglu, geboren 1964 im anatolischen Bolu, lebt seit seinem sechsten Lebensmonat in Deutschland. Er studierte Kunst und Humanmedizin in Kiel, wo er lebt.  Nach Leyla, Liebesbrand und Siebentürmeviertel erschien zuletzt sein großer Luther-Roman Evangelio.

Eine Veranstaltung im Rahmen von LITERATUR: LITERATUR!
in Kooperation von Literarischer Gesellschaft Ruhr e.V.
Schreibheft, Zeitschrift für Literatur, und Buchhandlung Proust

Gefördert von der Alfred und Claire Pott Stiftung

 

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RAYMOND QUENEAU: ZAZIE IN DER METRO
Erstmals vollständig und neu übersetzt

Ein Abend mit dem Übersetzer Frank Heibert
Moderation: Norbert Wehr

Montag, 17. Juni 2019, 20.00 Uhr
Buchhandlung Proust

Eine hinreißende, brillante Komödie! (Roland Barthes)

Madame Lalochère will ungestörte Stunden mit ihrem Liebhaber verbringen. Deshalb übergibt sie ihre Tochter Zazie gleich bei der Ankunft an der Gare d’Austerlitz ihrem Bruder Gabriel, der als Frauendarsteller in einem Nachtclub arbeitet. Bei ihrem Onkel lernt die schelmische, unflätige Zazie Gabriels Frau Albertine kennen, den Taxifahrer Charles, Turandot, dem die Kneipe unten im Haus gehört, die Kellnerin Mado, den Papagei Laverdure und vor allem das überbordende Paris selbst. Zazie aber hat einen einzigen innigen Herzenswunsch – sie will einmal im Leben mit der Metro fahren! Doch die wird ausgerechnet an diesem Wochenende bestreikt. Dachten wir bisher! Aber nach sechzig Jahren kommt hier die erweiterte Ausgabe des Romans, mal schauen, was da passiert …
Zazie in der Metro ist eine mitreißend wilde, verspielt und deftig erzählte Geschichte über Paris, über die Sprachen des Alltags und über die hinreißende, abenteuerlustige, neunmalkluge Zazie, die so ziemlich alles auf den Kopf stellt.
Raymond Queneau, geb. 1903 in Le Havre, gest. 1976 in Paris, hinterließ ein umfangreiches, vielgestaltiges Werk. Von 1924 bis 1929 gehörte er zur Gruppe der Surrealisten, ab 1961 war er Mitglied von „Oulipo“, der „Werkstatt für potentielle Literatur“, zusammen u.a. mit Georges Perec und Harry Mathews.
Frank Heibert, geb. 1960 in Essen, lebt in Berlin. Übersetzer aus dem Englischen, Französischen, Italienischen und Portugiesischen, u.a. von Don DeLillo, Richard Ford, Alfred Jarry, George Saunders, Boris Vian und Tobias Wolff.

Eine Veranstaltung im Rahmen von LITERATUR: LITERATUR!
in Kooperation von Literarischer Gesellschaft Ruhr e.V.
Schreibheft, Zeitschrift für Literatur, und Buchhandlung Proust

Gefördert von der Alfred und Claire Pott Stiftung

 

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LAWRENCE FERLINGHETTI: LITTLE BOY

Ein Abend mit dem Übersetzer Ron Winkler
Begrüßung: Norbert Wehr. Moderation: Jan Wilm

Mittwoch, 3. Juli 2019, 20.00 Uhr
Buchhandlung Proust

Unser wahrer amerikanischer Dichter (Patti Smith)

„So habe ich mein ganzes Leben lang geschrieben“, sagt der legendäre Beatnik-Dichter Lawrence Ferlinghetti über Little Boy, den aufregenden Roman über sein Leben, das 100 Jahre umspannt. Er erinnert sich darin an die Trennung von seiner Mutter, an seine Kindheit bei einer Tante in Frankreich und wie er bei einer wohlhabenden, aber kaltherzigen Pflegefamilie in Bronxville aufwuchs. Zugleich fängt er in einem turbulenten Strom aus Gedanken und Assoziationen das magische Lebensgefühl seiner Generation ein.
Im Kalifornien der fünfziger Jahre gründete Ferlinghetti, nachdem er in Paris studiert und den Zweiten Weltkrieg als Marinesoldat im Pazifik und den D-Day in der Normandie miterlebt hatte, den Buchladen und Verlag City Lights, wo Ginsbergs Howl erschien und Kerouac und Burroughs ein und aus gingen.
So wild, wie der Beat in Musik und Literatur tobte, so temperamentvoll und leidenschaftlich läßt Ferlinghetti den Anbruch der Hippiebewegung wieder lebendig werden, empört sich, mischt sich ein, klagt an − und beschwört die Kunst als politischen Protest.
Lawrence Ferlinghetti, geb.1919 in Yorkville, lebt in San Francisco. Als Dichter, Maler, Aktivist und Verlagsgründer gehört er der Beatbewegung an. Sein Gedichtband A Coney Island of the Mind (1958) ist in den USA bis heute ein Bestseller und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Ferlinghetti erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen und verweigerte zuletzt aus Protest gegen die Politik Viktor Orbáns den Preis des ungarischen PEN Club.
Ron Winkler, geb. 1973 in Jena, lebt in Berlin. Von ihm erschienen bisher fünf Gedichtbände, zuletzt Karten aus Gebieten (2017). Herausgeber verschiedener Anthologien, darunter Schneegedichte (2011). Für seine Texte erhielt er den Leonce-und-Lena-Preis, den Mondseer Lyrikpreis, den Lyrikpreis München und den Basler Lyrikpreis. Zu seinen Übersetzungen zählen ausgewählte Gedichte von Billy Collins und Romane von Lawrence Ferlinghetti und Forrest Gander.

Eine Veranstaltung im Rahmen von LITERATUR: LITERATUR!
in Kooperation von Literarischer Gesellschaft Ruhr e.V.
Schreibheft, Zeitschrift für Literatur, Buchhandlung Proust
und dem Kulturwissenschaftlichen Institut

Gefördert von der Alfred und Claire Pott Stiftung

 

 

05. Dezember 2018 von literadmin
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