LITERATUR: LITERATUR! … und andere Veranstaltungen

ANNETT GRÖSCHNER: SCHWEBENDE LASTEN
Moderation: Bettina Engelhardt
Montag, 23. März 2026, 19.30 Uhr
LeseRaum in der Akazienallee, Essen

Nicht weniger als ein ganzes Leben erzählt Annett Gröschner mit der Geschichte der Blumenbinderin und Kranfahrerin Hanna Krause – mit einer Wucht und Poesie, wie sie nur dort entstehen können, wo die Literatur wirklichkeitssatt ist.
Hanna Krause war Blumenbinderin, bevor das Leben sie zur Kranführerin machte. Sie hat zwei Revolutionen, zwei Diktaturen, einen Aufstand, zwei Weltkriege und zwei Niederlagen, zwei Demokratien, den Kaiser und andere Führer, gute und schlechte Zeiten erlebt, hat sechs Kinder geboren und zwei davon nicht begraben können, was ihr naheging bis zum Lebensende. Hatte später, nachdem ihr Blumenladen längst Geschichte war, von einem Kran in der Halle eines Schwermaschinenbaubetriebes in Magdeburg einen guten Überblick auf die Beziehungen der Menschen zehn Meter unter ihr und starb rechtzeitig, bevor sie die Welt nicht mehr verstand. Hanna Krause blieb bis zu ihrem Tod eine, die das Leben nimmt, wie es kommt. Ihr einziges Credo: anständig bleiben.
Annett Gröschners Roman erzählt die Geschichte eines Jahrhunderts in einem einzigen Leben und gibt, mit Hanna, denen ein Gesicht, die zu oft unsichtbar bleiben. Ein Roman über das Ende des Industriezeitalters und seiner Heldinnen im Osten Deutschlands – und über eine gewöhnliche Frau in diesem unfassbaren 20. Jahrhundert.

Karten in der Buchhandlung Proust
Eintritt: 15,- Euro

Eine Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft Ruhr
im Rahmen von LITERATUR: LITERATUR!
Gefördert von der Alfred und Claire Pott-Stiftung

 

PETER KEUP: WIE AUS OPFERN TÄTER WURDEN
Freitag, 24. April 2026, 19.30 Uhr
LeseRaum in der Akazienallee, Essen

Anfang Februar wurde in Essen im Rahmen des Snowdance. Independent Film Festivals der Dokumentarfilm The Spies among us gezeigt – und bekam den Preis für die beste Regie.
Der Film basiert auf der Recherche des Historikers Peter Keup nach Spuren seiner eigenen Geschichte. Das zugrundeliegende Buch, seine Dissertation, beleuchtet die Machenschaften des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR und deren Langzeitfolgen bis heute. Mit dem Ende des SED-Regimes wurde auf der Grundlage einer Täter-Opfer-Dichotomie auf der einen Seite der gigantische MFS-Überwachungs- und Verfolgungsapparat untersucht, auf der anderen das Leid der Betroffenen in den Blick genommen. Versuche einer Opfer-Täter-Begegnung mit dem Ziel einer Annäherung oder gar Versöhnung scheiterten.

Karten in der Buchhandlung Proust
Eintritt: 15,- Euro

Eine Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft Ruhr


LITERATURVIERTELFEST
9. Mai 2026
im Leseraum in der Akazienallee und der Buchhandlung Proust

Feiern Sie mit uns das Buch, die Literatur und die Begegnung!
Bücher sollten nicht nur gelesen, sondern auch erlebt, diskutiert und gemeinsam erfahren werden. Deshalb findet auch in diesem Jahr wieder das Literaturviertelfest in der Akazienallee statt – mit Lesungen, Diskussionsveranstaltungen und Musik.
Sind Sie dabei, wenn Sarah Jäger, Miedya Mahmod, Denis Pfabe und David Schraven aus neuen Büchern und Texten lesen, pflücken Sie kostenlose Bücher von unseren Bücherbäumen, diskutieren Sie mit den Autor*innen, besuchen Sie die Buchhandlung Proust.
Am Abend erinnern wir ein weiteres Mal an den Krieg in der Ukraine, indem wir Texte von Viktoria Amelina, Serhej Zhadan u.a. lesen.
Neben dem literarischen Programm erwartet Sie wieder das türkische Büffet von der MitmachAgentur aus Katernberg und Kaffee und Kuchen in der Buchhandlung.
Kommen Sie vorbei, lernen Sie uns und die Literaturlandschaft des Ruhrgebiets kennen, und vor allem: Tauschen Sie sich aus! Wir freuen uns darauf, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen, zu lesen und zu feiern!

In diesem Jahr keine Sperrung der Akazienallee.
Der Eintritt ist frei.
Veranstalter: Literarische Gesellschaft Ruhr e.V., Buchhandlung Proust,
Correctiv, Festival Literaturdistrikt, Literaturbüro Ruhr e.V


PAUL INGENDAAY: ENTSCHEIDUNG IN SPANIEN
Der große Kampf der Literatur 1936-1939
Moderation: Norbert Wehr
Mittwoch, 27. Mai 2026, 19.30 Uhr
LeseRaum in der Akazienallee, Essen

Am 19. Juli 1936 besteigt General Francisco Franco ein Flugzeug in Richtung Tetuán, um sich einem Aufstand gegen die spanische Republik anzuschließen. Der Putsch sorgt rund um den Erdball für Entsetzen – und eine so spontane wie heftige Gegenwehr. Zehntausende Freiwillige aus aller Welt nehmen es auf sich, dem Land gegen die Invasion von innen beizustehen. Es sind Künstler, Reporterinnen, Intellektuelle und Verfolgte, es sind Helfer und Krankenschwestern, Idealistinnen und Abenteurer.
Sommer 1936: In Madrid kühlen Anwohner das heiße Straßenpflaster mit Wasser, während wenige Häuser weiter eine Pistole im Parlament gezogen wird. Auf den Wagner-Festspielen in Bayreuth erhält Hitler einen Brief: Ein gewisser General Franco bittet ihn um militärische Unterstützung bei einem Putsch gegen die spanische Regierung. Sechs Tage später macht sich eine deutsche Fliegereinheit in Zivil unter dem Codenamen «Unternehmen Feuerzauber» bereit für den Einsatz. Und inmitten all der Wirren bricht eine wild zusammengewürfelte Gruppe an Freiwilligen auf, um Spanien gegen den faschistischen Umsturz zu verteidigen. Ernest Hemingway, George Orwell, Martha Gellhorn, André Malraux, Arthur Koestler, Willy Brandt, Simone Weil und andere schließen sich ihnen an. Es ist die Zeit der großen Entscheidungen in Europa – und doch auch die der Zufälle, der Unfälle und tragischen Ironie.
Paul Ingendaay erzählt eine packende Geschichte von Mut und Verblendung im Prolog des Zweiten Weltkriegs. Vor dem Hintergrund des Spanischen Bürgerkriegs lässt er jene Spaltung zutage treten, die sich durch Familien und Nationen zog – und die Frontlinien des 20. Jahrhunderts bestimmen sollte.

Karten in der Buchhandlung Proust
Eintritt: 15,- Euro

Eine Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft Ruhr
im Rahmen von LITERATUR: LITERATUR!
Gefördert von der Alfred und Claire Pott-Stiftung


CÉCILE WAJSBROT: OFFENER HIMMEL
Moderation: Stephanie Bung und Veronika Stritzke
Dienstag, 9. Juni 2026, 19.30 Uhr
LeseRaum in der Akazienallee, Essen

Cécile Wajsbrot hat seit ihrem literarischen Debut im Jahr 1982 zahlreiche Romane, Erzählbände, wissenschaftliche Essays und literarische Übersetzungen (u.a. von Peter Kurzeck) veröffentlicht. Zuletzt, im Jahr 2024, erschienen sowohl ihre gesammelten Essays als auch ihr jüngster Roman, Plein ciel, der seit Februar 2026 unter dem Titel Offener Himmel auch in deutscher Übersetzung von Holger Fock und Sabine Müller vorliegt.
Der Roman handelt vom Fliegen, vom Fallen und von Flugwesen aller Art. In die vielstimmige Erzählung eingewoben ist zunächst der Menschheitstraum vom Fliegen. Wovon träumen wir, wenn wir vom Fliegen träumen? Falls wir vom Fliegen träumen? Tatsächlich fliegt zumindest eine der Figuren des Romans überhaupt nicht gerne. Sie hat Angst vor Flugreisen und zieht dem Flugzeug bei weitem das Reisen mit der Bahn vor. Fliegen als Albtraum, als Schatten der Vergangenheit, als das traumatische Erlebnis eines Kindes, dem ein geliebter Mensch – in diesem Fall durch einen mysteriösen Flugzeugabsturz – genommen wurde.
Der Roman verarbeitet auf diese Weise Themen und Strukturen, die Wajsbrots Werk, das im Spannungsfeld von Sprach- und Geschichtserfahrung angesiedelt ist, insgesamt prägen. Besonders eindrücklich ist dabei einmal mehr die erzählerische Stimmenvielfalt, durch die hier dem Albtraum vom Fallen Lichtgestalten mit und ohne Flügeln entgegentreten.
Diese Stimmenvielfalt wollen Stephanie Bung und Veronika Stritzke im Gespräch mit Cécile Wajsbrot hervorheben und sie in einer zweisprachigen gemeinsamen Lesung zu Gehör bringen.

Karten in der Buchhandlung Proust
Eintritt: 15,- Euro

Eine Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft Ruhr
im Rahmen von LITERATUR: LITERATUR!
in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen
Gefördert von der Alfred und Claire Pott-Stiftung

 

05. Dezember 2018 von literadmin
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