LITERATUR: LITERATUR! … und andere Veranstaltungen

PETER KEUP: WIE AUS OPFERN TÄTER WURDEN
Freitag, 24. April 2026, 19.30 Uhr
LeseRaum in der Akazienallee, Essen

Anfang Februar wurde in Essen im Rahmen des Snowdance. Independent Film Festivals der Dokumentarfilm The Spies among us gezeigt – und bekam den Preis für die beste Regie.
Der Film basiert auf der Recherche des Historikers Peter Keup nach Spuren seiner eigenen Geschichte. Das zugrundeliegende Buch, seine Dissertation, beleuchtet die Machenschaften des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR und deren Langzeitfolgen bis heute. Mit dem Ende des SED-Regimes wurde auf der Grundlage einer Täter-Opfer-Dichotomie auf der einen Seite der gigantische MFS-Überwachungs- und Verfolgungsapparat untersucht, auf der anderen das Leid der Betroffenen in den Blick genommen. Versuche einer Opfer-Täter-Begegnung mit dem Ziel einer Annäherung oder gar Versöhnung scheiterten.

Karten in der Buchhandlung Proust
Eintritt: 15,- Euro

Eine Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft Ruhr


LITERATURVIERTELFEST
9. Mai 2026, ab 14.00 Uhr
im Leseraum in der Akazienallee und der Buchhandlung Proust

Feiern Sie mit uns das Buch, die Literatur und die Begegnung!
Bücher sollten nicht nur gelesen, sondern auch erlebt, diskutiert und gemeinsam erfahren werden. Deshalb findet auch in diesem Jahr wieder das Literaturviertelfest in der Akazienallee statt – mit Lesungen, Diskussionsveranstaltungen und Musik.
Seien Sie dabei, wenn Sarah Jäger, Miedya Mahmod, Denis Pfabe und David Schraven aus neuen Büchern und Texten lesen, wenn Norbert Wehr mit Jörg Hustiak bisher unveröffentlichte von Rolf Dieter Brinkmann vorstellt (erschienen in SCHREIBHEFT 106). Pflücken Sie kostenlose Bücher von unseren Bücherbäumen, diskutieren Sie mit den Autor*innen, besuchen Sie die Buchhandlung Proust.
Am Abend erinnern wir ein weiteres Mal an den Krieg in der Ukraine, indem wir Texte von Victoria Amelina, Iryna Fingerova, Wolodymyr Wakulenko und Serhej Zhadan lesen.

Neben dem literarischen Programm erwartet Sie wieder das türkische Büffet von der MitmachAgentur aus Katernberg und Kaffee und Kuchen in der Buchhandlung.
Kommen Sie vorbei, lernen Sie uns und die Literaturlandschaft des Ruhrgebiets kennen, und vor allem: Tauschen Sie sich aus! Wir freuen uns darauf, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen, zu lesen und zu feiern!

In diesem Jahr keine Sperrung der Akazienallee.
Der Eintritt ist frei.
Veranstalter: Literarische Gesellschaft Ruhr e.V., Buchhandlung Proust,
Correctiv, Festival Literaturdistrikt, Literaturbüro Ruhr e.V

Vorläufiger Ablaufplan:
14.00 Uhr: Sarah Jäger
Die preisgekrönte Autorin und langjährige Mitarbeiterin der Buchhandlung Proust liest aus ihrem neuesten Jugendroman „Das Feuer vergessen wir nicht“
«Es geht um alles, einfach alles. Wie wir leben, was wir machen.» Ich hole tief Luft. «Weil wir nicht allein unterm Sternenhimmel liegen. Verstehst du?»
Ein berührender Jugendroman darüber, dass man der Welt nicht allein und hilflos gegenübersteht.

15.15 Uhr: Denis Pfabe
Denis Pfabe, geboren 1986 in Bonn, ist gelernter Kaufmann im Einzelhandel und studierte Medienkommunikation und Journalismus. Sein Debütroman »Der Tag endet mit dem Licht« erschien 2018, »Simonelli« folgte 2021. Im Jahr 2024 erhielt er den Deutschlandfunk-Preis bei den 48. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt. 2026 ist »Die Möglichkeit einer Ordnung« erschienen.
Der Baumarkt als Mikrokosmos: »Die Möglichkeit einer Ordnung« ist so originell wie wirklichkeitsnah. Denis Pfabe nimmt uns mit an einen literarisch unverbrauchten Schauplatz und lässt im Banalen entlarvende Erkenntnis, im Vertrauten schrägen Witz aufblitzen. Ein Roman aus der Mitte unserer Gesellschaft

16.30 Uhr: David Schraven
CORRECTIV-Gründer und Publisher David Schraven stellt sein Buch „Die CORRECTIV-Story“ vor und spricht darüber, wie Recherchen entstehen, wie man Spuren folgt – und wie Journalismus die Demokratie stärkt.

17.45 Uhr: Rolf Dieter Brinkmann, Norbert Wehr, Jög Hustiak
Norbert Wehr, Herausgeber der Literaturzeitschrift SCHREIBHEFT, stellt aus der aktuellen Ausgabe Nr. 106, gemeinsam mit Jörg Hustiak (ehem. WDR-Sprecher), bislang unveröffentlichte Texte aus dem Nachlass von Rolf Dieter Brinkmann vor, darunter „Ein langer Sonntag“, eine Erzählung, die in Essen spielt.

19.00 Uhr: Miedya Mahmod, Lukas Hermann
Aufgewachsen im Kiosk der Eltern & im Pott geblieben, kennt they die neuen Arbeitsplätze (Linienbus/Bäckerei) nicht. Schreibt, arbeitet, lebt, in keiner Reihenfolge, immerzu im selben (un)möglichen Körpern. Kommt aus der Lyrik. Kuratiert & veranstaltet mit dem Kollektiv parallelgesellschaft in Berlin-Neukölln.
Moderation und Gespräch: Lukas Hermann

20.00 Uhr: Ukrainische Autor*innen
Als Ausklang soll am Abend an den andauernden Krieg in der Ukraine erinnert werden, mit aktuellen Texten von Victoria Amelina, Iryna Fingerova, Wolodymyr Wakulenko, Serhej Zhadan u.a. gelesen von den Veranstalter*innen und Schauspieler*innen.

Die Lesungen von Miedya Mahmod und Denis Pfabe werden unterstützt vom NRW KulturSekretariat  in der Reihe Werkproben.
Der LeseRaum wir gefördert von E.ON


PAUL INGENDAAY: ENTSCHEIDUNG IN SPANIEN
Der große Kampf der Literatur 1936-1939
Moderation: Norbert Wehr
Mittwoch, 27. Mai 2026, 19.30 Uhr
LeseRaum in der Akazienallee, Essen

Am 19. Juli 1936 besteigt General Francisco Franco ein Flugzeug in Richtung Tetuán, um sich einem Aufstand gegen die spanische Republik anzuschließen. Der Putsch sorgt rund um den Erdball für Entsetzen – und eine so spontane wie heftige Gegenwehr. Zehntausende Freiwillige aus aller Welt nehmen es auf sich, dem Land gegen die Invasion von innen beizustehen. Es sind Künstler, Reporterinnen, Intellektuelle und Verfolgte, es sind Helfer und Krankenschwestern, Idealistinnen und Abenteurer.
Sommer 1936: In Madrid kühlen Anwohner das heiße Straßenpflaster mit Wasser, während wenige Häuser weiter eine Pistole im Parlament gezogen wird. Auf den Wagner-Festspielen in Bayreuth erhält Hitler einen Brief: Ein gewisser General Franco bittet ihn um militärische Unterstützung bei einem Putsch gegen die spanische Regierung. Sechs Tage später macht sich eine deutsche Fliegereinheit in Zivil unter dem Codenamen «Unternehmen Feuerzauber» bereit für den Einsatz. Und inmitten all der Wirren bricht eine wild zusammengewürfelte Gruppe an Freiwilligen auf, um Spanien gegen den faschistischen Umsturz zu verteidigen. Ernest Hemingway, George Orwell, Martha Gellhorn, André Malraux, Arthur Koestler, Willy Brandt, Simone Weil und andere schließen sich ihnen an. Es ist die Zeit der großen Entscheidungen in Europa – und doch auch die der Zufälle, der Unfälle und tragischen Ironie.
Paul Ingendaay erzählt eine packende Geschichte von Mut und Verblendung im Prolog des Zweiten Weltkriegs. Vor dem Hintergrund des Spanischen Bürgerkriegs lässt er jene Spaltung zutage treten, die sich durch Familien und Nationen zog – und die Frontlinien des 20. Jahrhunderts bestimmen sollte.

Karten in der Buchhandlung Proust
Eintritt: 15,- Euro

Eine Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft Ruhr
im Rahmen von LITERATUR: LITERATUR!
Gefördert von der Alfred und Claire Pott-Stiftung


CÉCILE WAJSBROT: OFFENER HIMMEL
Moderation: Stephanie Bung und Veronika Stritzke
Dienstag, 9. Juni 2026, 19.30 Uhr
LeseRaum in der Akazienallee, Essen

Cécile Wajsbrot hat seit ihrem literarischen Debut im Jahr 1982 zahlreiche Romane, Erzählbände, wissenschaftliche Essays und literarische Übersetzungen (u.a. von Peter Kurzeck) veröffentlicht. Zuletzt, im Jahr 2024, erschienen sowohl ihre gesammelten Essays als auch ihr jüngster Roman, Plein ciel, der seit Februar 2026 unter dem Titel Offener Himmel auch in deutscher Übersetzung von Holger Fock und Sabine Müller vorliegt.
Der Roman handelt vom Fliegen, vom Fallen und von Flugwesen aller Art. In die vielstimmige Erzählung eingewoben ist zunächst der Menschheitstraum vom Fliegen. Wovon träumen wir, wenn wir vom Fliegen träumen? Falls wir vom Fliegen träumen? Tatsächlich fliegt zumindest eine der Figuren des Romans überhaupt nicht gerne. Sie hat Angst vor Flugreisen und zieht dem Flugzeug bei weitem das Reisen mit der Bahn vor. Fliegen als Albtraum, als Schatten der Vergangenheit, als das traumatische Erlebnis eines Kindes, dem ein geliebter Mensch – in diesem Fall durch einen mysteriösen Flugzeugabsturz – genommen wurde.
Der Roman verarbeitet auf diese Weise Themen und Strukturen, die Wajsbrots Werk, das im Spannungsfeld von Sprach- und Geschichtserfahrung angesiedelt ist, insgesamt prägen. Besonders eindrücklich ist dabei einmal mehr die erzählerische Stimmenvielfalt, durch die hier dem Albtraum vom Fallen Lichtgestalten mit und ohne Flügeln entgegentreten.
Diese Stimmenvielfalt wollen Stephanie Bung und Veronika Stritzke im Gespräch mit Cécile Wajsbrot hervorheben und sie in einer zweisprachigen gemeinsamen Lesung zu Gehör bringen.

Karten in der Buchhandlung Proust
Eintritt: 15,- Euro

Eine Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft Ruhr
im Rahmen von LITERATUR: LITERATUR!
in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen
Gefördert von der Alfred und Claire Pott-Stiftung

05. Dezember 2018 von literadmin
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